Linux für Windows-Admins – Teil 3: Netzwerk und UFW konfigurieren
Aktualisiert am 16.10.2026 · Lesezeit ca. 5 Min. · Niveau: Anfänger · von Viktor Tribus, IT-Tribus Nideggen
In diesem Teil der Serie „Linux für Windows-Admins“ bauen wir auf den Grundlagen auf, die Sie im zweiten Teil zum Dateisystem und Rechten erworben haben. Hier erfahren Sie, wie man das Netzwerk in Linux einrichtet, SSH aktiviert und die UFW-Firewall konfiguriert.
Worum es geht und wann Sie das brauchen
In diesem Artikel geht es darum, das Netzwerk auf einem Linux-Rechner zu konfigurieren, sicher über die Remote-Verwaltung (SSH) darauf zuzugreifen und eine UFW-Firewall einzurichten. Dies ist besonders wichtig für Homelab-Umgebungen oder Docker-Container, wo sichere Remote-Zugriffe notwendig sind.
Beispielsweise benötigen Sie SSH, um sicher auf einen Linux-Rechner von einem anderen Gerät aus zuzugreifen und Kommandos zu senden. Die UFW-Firewall schützt Ihren Rechner vor unbefugtem Zugriff vom Internet oder dem lokalen Netzwerk. Ohne eine korrekt konfigurierte Firewall sind Sie besonders anfällig für Angriffe, was in diesem Monat des Europäischen Monats der Cybersicherheit (Oktober) insbesondere relevant ist.
Voraussetzungen
Um die folgenden Schritte ausführen zu können, benötigen Sie:
- Ubuntu 20.04 oder höher installiert
- Sudo-Rechte zum Ausführen von privilegierten Befehlen
- Einen Terminal-Client (z.B. das Terminal-Icon im Dock auf Ubuntu)
- UFW-Firewall bereits installiert, was in der Regel standardmäßig der Fall ist
Prüfen Sie die UFW-Version mit folgendem Befehl:
Sie sollten eine Ausgabe wie „ufw 0.36“ sehen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: SSH-Server installieren und aktivieren
Um auf Ihren Linux-Rechner über das Netzwerk zuzugreifen, benötigen Sie einen SSH-Server. Öffnen Sie dazu ein Terminal (mit der Tastenkombination Win + T) und führen Sie den folgenden Befehl aus:
Dies aktualisiert die Paketlisten und installiert den SSH-Server. Überprüfen Sie anschließend, ob der Dienst aktiv ist:
Sie sollten eine Ausgabe sehen, in der steht „active (running)“.
Schritt 2: UFW-Firewall deaktivieren und leeren
Bevor Sie neue Regeln hinzufügen, deaktivieren und löschen Sie eventuelle vorhandene Regeln:
Mit „sudo ufw status“ prüfen Sie, dass keine Regeln aktiv sind. Die Ausgabe sollte „Status: inactive“ lauten.
Schritt 3: SSH-Port in der Firewall freigeben
Um sicher auf Ihren Rechner über SSH zuzugreifen, müssen Sie den Port 22 (SSH) in Ihrer UFW-Firewall freigeben:
Überprüfen Sie mit „sudo ufw status“ die neue Regel. Es sollte „22/tcp ALLOW“ erscheinen.
Schritt 4: Firewall aktivieren und prüfen
Nachdem Sie SSH freigegeben haben, können Sie die UFW-Firewall aktivieren:
Überprüfen Sie den Status mit „sudo ufw status“. Es sollte „active“ erscheinen.
Schritt 5: Zugriff testen (optional)
Um sicherzustellen, dass die Konfiguration funktionsfähig ist, können Sie sich über SSH von einem anderen Gerät aus an Ihren Linux-Rechner verbinden:
Ersetzen Sie „BENUTZER“ durch Ihren Benutzernamen und „IP-ADRESSE“ durch die IP-Adresse Ihres Linux-Rechners. Wenn Sie sich erfolgreich anmelden, funktioniert SSH.
Schritt 6: Docker-Ports freigeben (optional)
Wenn Sie Docker verwenden, müssen Sie die Ports für Docker in der UFW-Firewall freigeben:
Überprüfen Sie mit „sudo ufw status“ die neuen Regeln. Es sollten „2375/tcp ALLOW“ und „4789/udp ALLOW“ erscheinen.
Dieser Schritt ist geschafft – weiter geht’s.
Die wichtigsten Befehle im Überblick
| Befehl | Wirkung | Hinweis |
|---|---|---|
| sudo apt update | Aktualisiert die Paketlisten | Vor dem Installieren von Software empfohlen |
| sudo apt install openssh-server | Installiert den SSH-Server | Erlaubt das sichere Verwalten des Rechners über das Netzwerk |
| systemctl status ssh | Überprüft, ob der SSH-Dienst aktiv ist | Nutzen Sie „sudo systemctl start ssh“ zum Starten |
| sudo ufw –force reset | Löscht alle UFW-Regeln | Vorsicht: Entfernt auch sichere Regeln! |
| sudo ufw allow ssh | Freigeben des SSH-Ports in der Firewall | Erwartet eine Portnummer oder einen Dienstnamen (hier „ssh“) |
| sudo ufw enable | Aktiviert die UFW-Firewall | Wichtig, um den Rechner vor unbefugtem Zugriff zu schützen |
| ssh BENUTZER@IP-ADRESSE | SSH-Verbindung zum Linux-Rechner | Erlaubt die Remote-Verwaltung des Servers |
| sudo ufw allow 2375/tcp | Freigeben von Docker-Ports in der Firewall | Nur notwendig, wenn Sie Docker verwenden |
Häufige Fehler und ihre Lösung
Fehlermeldung: „command not found“ bei „ufw –version“
UFW ist möglicherweise nicht installiert.
Lösung:
Fehlermeldung: „iptables v1.8.7 (legacy): Table ‚filter‘ is not supported (do you need to insmod?)“
Das Kernel-Modul für UFW ist nicht geladen.
Lösung:
Fehlermeldung: „Connection refused“ bei SSH-Zugriff
Der SSH-Server ist möglicherweise deaktiviert oder falsch konfiguriert.
Lösung:
Fehlermeldung: „ufw: command not found“ nach Installation von UFW
Die Umgebungsvariablen wurden möglicherweise nicht aktualisiert.
Lösung:
Änderungen rückgängig machen
Um die Änderungen zu rückgängig zu machen, können Sie folgende Schritte ausführen:
- SSH-Server deaktivieren:
- UFW-Firewall deaktivieren und leeren:
- Docker-Ports wieder sperren (falls verwendet):
Häufige Fragen
Wie prüfe ich meine IP-Adresse?
Um Ihre aktuelle IP-Adresse zu ermitteln, verwenden Sie den folgenden Befehl:
Dies gibt die erste Netzwerkschnittstelle zurück.
Welche Ports muss ich für Docker freigeben?
Für Docker sollten Sie mindestens die Ports 2375/tcp und 4789/udp in Ihrer UFW-Firewall freigeben. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie Docker-Container über das Netzwerk verwalten möchten.
Wie teste ich eine SSH-Verbindung?
Um Ihre SSH-Konfiguration zu testen, verwenden Sie den folgenden Befehl auf einem anderen Gerät:
Ersetzen Sie „BENUTZER“ durch Ihren Benutzernamen und „IP-ADRESSE“ durch die IP-Adresse des Linux-Rechners.
Was bedeutet „ufw status“?
Mit dem Befehl „sudo ufw status“ können Sie den aktuellen Status der UFW-Firewall überprüfen. Dies zeigt Ihnen alle aktivierten Regeln und ob die Firewall aktiv ist oder nicht.
Kann ich UFW auch ohne Root-Rechte konfigurieren?
Nein, UFW erfordert administrative Rechte (sudo). Ohne diese können Sie keine Änderungen an der Konfiguration vornehmen.
Fazit
In diesem Artikel haben wir das Netzwerk in Linux eingerichtet und sicher über SSH darauf zugegriffen. Die UFW-Firewall hat uns dabei geholfen, unbefugten Zugriff von außen zu verhindern. Im nächsten Teil der Serie „Linux für Windows-Admins – Teil 4: systemd-Dienste und Automatisierung mit Cron“ werden wir uns mit der Verwaltung von Systemdiensten und der Erstellung von automatisierten Aufgaben in Linux beschäftigen.
Falls Sie Unterstützung bei der Umsetzung benötigen, können Sie sich gerne an IT-Tribus in Nideggen wenden.
Serie: Linux für Windows-Admins – Teil 3 von 4
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Quellen und weiterführende Informationen
- Ubuntu: Firewall einrichten – heise.de
- Einrichten einer Firewall mit UFW unter Ubuntu 20.04 – digitalocean.com
- Ufw erleichtert das Einrichten einer Firewall – Linux-Magazin – linux-magazin.de
- UFW-Firewall unter Linux einrichten – netguide.io
- UFW Firewall unter Linux einrichten: Eingehenden – homeserverlab.de
- Linux Firewall Konfiguration mit UFW oder firewalld – privacy-handbuch.de
Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 16.10.2026 mit KI-Unterstützung erstellt, auf Basis der genannten Quellen eigenständig formuliert und redaktionell von IT-Tribus betreut. Alle Angaben ohne Gewähr – bitte prüfen Sie Befehle vor dem Einsatz in produktiven Umgebungen und legen Sie vorher eine Sicherung an.
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