Homelab aufbauen – Teil 2: Virtuelle Maschinen und LXC-Container anlegen

Aktualisiert am 19.10.2026 · Lesezeit ca. 7 Min. · Niveau: Fortgeschrittene · von Viktor Tribus, IT-Tribus Nideggen

In Teil 1 unserer Reihe „Homelab aufbauen“ haben Sie Proxmox VE erfolgreich installiert. In diesem Teil geht es darum, wie Sie virtuelle Maschinen (VMs) und LXC-Container anlegen können. Diese Techniken ermöglichen Ihnen die flexible Nutzung Ihrer Hardwareressourcen, indem sie separate Umgebungen für verschiedene Anwendungen erstellen.

Während VMs eine vollständige Virtuallisierung bieten, sind LXC-Containers leichtgewichtiger und eignen sich gut für spezifische Aufgaben wie Webserver oder Datenbanken. In den kommenden Schritten werden wir Ihnen zeigen, wie Sie diese Umgebungen in Proxmox VE konfigurieren.

Worum es geht und wann Sie das brauchen

Virtuelle Maschinen (VMs) und LXC-Container sind nützlich für verschiedene Szenarien. VMs bieten eine vollständige Isolation und können beliebige Betriebssysteme hosten, während LXC-Containers leichtgewichtiger sind und nur Linux-Betriebssysteme unterstützen. Typische Situationen, in denen Sie diese Techniken verwenden könnten:

  • Entwicklungsumgebungen für verschiedene Projekte
  • Datenbankserver oder Webserver zur Testung von Anwendungen
  • Sicherheitsisolierung von kritischen Systemen

Falsche Konfiguration kann zu Performanceproblemen, Sicherheitslücken oder Unverfügbarkeit führen. Daher ist es wichtig, die entsprechenden Vorgehensweisen korrekt umzusetzen.

Voraussetzungen

  • Proxmox VE installiert (Version überprüfen: Win + I → System → About)
  • Administrator-Rechte auf dem Proxmox-Server (z. B. SSH-Zugriff als root-Benutzer: ssh -i ~/.ssh/id_ed25519 BENUTZER@SERVER-IP)
  • Konfigurierte Netzwerkeinstellungen (z. B. IP-Adressierung über das Proxmox-GUI)

Zum Überprüfen der installierten Version von Proxmox VE können Sie folgenden Befehl ausführen:

Linux-Terminal (Bash)
proxmoxversion -v

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Virtuelle Maschine anlegen

Zuerst legen Sie eine virtuelle Maschine (VM) in Proxmox VE an. VMs sind vollständig isolierte Systeme, die ein beliebiges Betriebssystem hosten können.

  1. Öffnen Sie das Proxmox-Webinterface und navigieren Sie zu „Virtuelle Maschinen“.
  2. Klicken Sie auf „Neu“ und wählen Sie die Option für eine neue virtuelle Maschine.
  3. Geben Sie einen Namen für die VM ein, z. B. „webserver-vm“.
  4. Wählen Sie den Proxmox-Knoten aus, auf dem die VM ausgeführt werden soll.
  5. Bestimmen Sie die Hardwarekonfiguration (CPU, RAM und Festplattengröße).
  6. Wählen Sie das zu installierende Betriebssystem unter „Betriebssystem“ aus.
  7. Klicken Sie auf „Fertig“ zum Abschluss der Konfiguration.

So prüfen Sie, ob es geklappt hat: Überprüfen Sie im Proxmox-Webinterface, dass die VM erfolgreich angelegt wurde und in den entsprechenden Status wechseln kann (z. B. „Aus“, „Starten“).

Schritt 2: LXC-Container anlegen

Nun legen Sie einen LXC-Container an. Diese sind leichtgewichtiger als VMs und eignen sich gut für spezifische Aufgaben wie Webserver oder Datenbanken.

  1. Öffnen Sie das Proxmox-Webinterface und navigieren Sie zu „Containern“.
  2. Klicken Sie auf „Neu“ und wählen Sie die Option für einen neuen LXC-Container.
  3. Geben Sie einen Namen für den Container ein, z. B. „db-container“.
  4. Wählen Sie den Proxmox-Knoten aus, auf dem der Container ausgeführt werden soll.
  5. Wählen Sie das zu installierende Betriebssystem unter „Template“ aus. Proxmox bietet verschiedene Templates wie Debian oder Ubuntu an.

So prüfen Sie, ob es geklappt hat: Überprüfen Sie im Proxmox-Webinterface, dass der Container erfolgreich angelegt wurde und in den entsprechenden Status wechseln kann (z. B. „Aus“, „Starten“).

Schritt 3: Virtuelle Maschine starten

Nachdem die VM angelegt ist, können Sie sie nun starten.

  1. Wählen Sie die erstellte VM aus und klicken Sie auf „Aktionen“ → „Starten„.

So prüfen Sie, ob es geklappt hat: Überprüfen Sie im Proxmox-Webinterface den Status der VM. Die VM sollte sich in „Laufen“ befinden.

Schritt 4: LXC-Container starten

Nachdem der Container angelegt ist, können Sie ihn nun starten.

  1. Wählen Sie den erstellten Container aus und klicken Sie auf „Aktionen“ → „Starten„.

So prüfen Sie, ob es geklappt hat: Überprüfen Sie im Proxmox-Webinterface den Status des Containers. Der Container sollte sich in „Laufen“ befinden.

Schritt 5: SSH-Zugriff auf die VM und den Container

Um Ihre VM und den LXC-Container zu verwalten, benötigen Sie einen SSH-Zugriff.

  1. Für die VM: Starten Sie die VM wie in Schritt 3 beschrieben. Sobald sie läuft, können Sie mit SSH darauf zugreifen (z. B. ssh BENUTZER@IP-ADRESSE).
  2. Für den Container: Der LXC-Container ist über die Proxmox-Webinterface-Verwaltung erreichbar. Öffnen Sie das Webinterface und navigieren Sie zu „Containern“ → „db-container“. Klicken Sie auf „Aktionen“ → „SSH-Zugriff„.

So prüfen Sie, ob es geklappt hat: Überprüfen Sie die SSH-Verbindung mit ssh BENUTZER@IP-ADRESSE. Wenn der Login erfolgreich ist, haben Sie Zugriff.

Schritt 6: Netzwerkkonfiguration

Stellen Sie sicher, dass Ihre VM und den LXC-Container korrekt mit dem Netzwerk verbunden sind.

  1. Navigieren Sie im Proxmox-Webinterface zu „Netzwerke“ → „VLANs“. Stellen Sie sicher, dass die entsprechenden VLANs konfiguriert sind.
  2. Für die VM: Öffnen Sie die VM-Konfiguration und navigieren Sie zum Netzwerk-Tab. Bestimmen Sie das zu verwendende Netzwerk (z. B. „vmbr0“).
  3. Für den Container: Öffnen Sie die Container-Konfiguration und navigieren Sie zum Netzwerk-Tab. Bestimmen Sie das zu verwendende Netzwerk (z. B. „vmbr0“).

So prüfen Sie, ob es geklappt hat: Überprüfen Sie die Netzwerkkonnektivität innerhalb der VM und des Containers mit ping 8.8.8.8.

Die wichtigsten Befehle im Überblick

Befehl Wirkung Hinweis
qm create CT_ID --name CT_NAME --memory RAM --swap SWAP --cores CORES --net0 bridge=vmbrX,firewall=1 LXC-Container erstellen CT_ID: Container-ID, CT_NAME: Name des Containers, RAM/SWAP/CORES: Ressourcen, vmbrX: Bridge
pct create CT_ID /var/lib/vz/template/cache/debian-12-standard_12.3-1_amd64.tar.gz --rootfs local-lvm:CT_NAME:size=SIZE_GiB --hostname CT_HOSTNAME LXC-Container mit Template erstellen CT_ID: Container-ID, SIZE_GiB: Größe in GiB, CT_HOSTNAME: Hostname des Containers
qm start VM_ID Virtuelle Maschine starten VM_ID: ID der VM
pct start CT_ID LXC-Container starten CT_ID: Container-ID
qm stop VM_ID Virtuelle Maschine stoppen VM_ID: ID der VM
pct stop CT_ID LXC-Container stoppen CT_ID: Container-ID
qm destroy VM_ID Virtuelle Maschine löschen VM_ID: ID der VM
pct delete CT_ID LXC-Container löschen CT_ID: Container-ID

Häufige Fehler und ihre Lösung

Fehlermeldung: „Unable to start VM, insufficient resources“

Ursache: Die zugewiesenen Ressourcen (CPU oder RAM) sind nicht verfügbar.

Lösung: Überprüfen Sie die verfügbaren Ressourcen auf dem Proxmox-Knoten und passen Sie die Konfiguration der VM an. qm set VM_ID --memory RAM --cores CORES

Fehlermeldung: „Failed to connect to LXC container“

Ursache: Der Container hat keine gültige IP-Adresse oder das Netzwerk ist nicht korrekt konfiguriert.

Lösung: Überprüfen Sie die Netzwerkkonfiguration des Containers. pct set CT_ID --net0 bridge=vmbrX,ip=IP_ADDRESS

Fehlermeldung: „Insufficient disk space“

Ursache: Es ist nicht genügend Speicherplatz für die VM oder den Container verfügbar.

Lösung: Erweitern Sie das Datenträgerpool oder reduzieren Sie die Größe der VM/Container. pct resize CT_ID --rootfs SIZE_GiB

Fehlermeldung: „Failed to start due to missing kernel module“

Ursache: Der Kernelmodul ist nicht geladen.

Lösung: Lassen Sie das System die notwendigen Module laden. sudo modprobe -a CONFIG

Änderungen rückgängig machen

Zurücksetzen der Konfiguration einer VM oder eines Containers kann durch Löschen und Neuanlegen erfolgen:

  • Für eine VM: qm destroy VM_ID
  • Für einen LXC-Container: pct delete CT_ID

Nach dem Löschen können Sie die VM oder den Container neu anlegen, wie in Schritt 1 und Schritt 2 beschrieben.

Häufige Fragen

Wie kann ich das Netzwerk für eine VM konfigurieren?

Öffnen Sie die VM-Konfiguration im Proxmox-Webinterface, navigieren Sie zum Netzwerk-Tab und bestimmen Sie die entsprechenden Einstellungen (z. B. Bridge, IP-Adresse).

Kann ich mehrere LXC-Container auf einem Host betreiben?

Ja, es ist möglich, mehrere LXC-Container auf einem Host zu betreiben. Jeder Container erhält separate Ressourcen und Konfiguration.

Wie kann ich eine VM oder einen LXC-Container sicher löschen?

Löschen Sie die VM mit qm destroy VM_ID oder den Container mit pct delete CT_ID. Stellen Sie vorher sicher, dass keine wichtigen Daten verloren gehen.

Kann ich eine VM oder einen LXC-Container über SSH verwalten?

Ja, es ist möglich, über SSH auf eine VM oder einen LXC-Container zuzugreifen. Stellen Sie sicher, dass die SSH-Dienste aktiviert sind und Sie Zugriff haben (z. B. ssh BENUTZER@IP-ADRESSE).

Wie kann ich die Performance einer VM oder eines LXC-Containers optimieren?

Optimieren Sie die zugewiesenen Ressourcen, z. B. CPU, RAM und Festplattengröße. Überprüfen Sie außerdem die Netzwerkkonnektivität und stellen Sie sicher, dass alle relevanten Kernelmodule geladen sind.

Fazit

In diesem Teil haben wir Ihnen gezeigt, wie Sie in Proxmox VE virtuelle Maschinen (VMs) und LXC-Container anlegen können. Diese Techniken ermöglichen Ihnen die flexible Nutzung Ihrer Hardwareressourcen für verschiedene Anwendungen.

Im nächsten Teil werden wir uns mit der Netzwerk-Segmentierung mit OPNsense befassen, um eine sichere und effiziente Homelab-Umgebung aufzubauen (Teil 3: Netzwerk-Segmentierung mit OPNsense).

Sollten Sie Schwierigkeiten haben oder professionelle Unterstützung benötigen, können wir Ihnen in Nideggen dabei helfen.

Serie: Homelab aufbauen – Teil 2 von 4

← Vorheriger Teil: Homelab aufbauen – Teil 1: Proxmox VE installieren

→ Als Nächstes: Teil 3: Netzwerk-Segmentierung mit OPNsense (erscheint in Kürze)

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 19.10.2026 mit KI-Unterstützung erstellt, auf Basis der genannten Quellen eigenständig formuliert und redaktionell von IT-Tribus betreut. Alle Angaben ohne Gewähr – bitte prüfen Sie Befehle vor dem Einsatz in produktiven Umgebungen und legen Sie vorher eine Sicherung an.

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