Windows RDP absichern – NLA und Zertifikate aktivieren
Aktualisiert am 31.10.2026 · Lesezeit ca. 7 Min. · Niveau: Fortgeschrittene · von Viktor Tribus, IT-Tribus Nideggen
In der aktuellen Cyber-Sicherheitslandschaft ist die Absicherung von Remote Desktop Protokoll (RDP) eine wichtige Maßnahme. Besonders in privaten Umgebungen oder Home-Office Szenarien, wo Sicherheit oft übersehen wird, kann ein korrekter RDP-Einsatz entscheidend sein. Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Network Level Authentication (NLA) aktivieren und Zertifikate verwenden können, um Ihre RDP-Sitzungen zu schützen.
Worum es geht und wann Sie das brauchen
Network Level Authentication (NLA) ist eine Sicherheitsmaßnahme, die erfordert, dass Benutzer sich bereits authentifizieren müssen bevor sie eine RDP-Verbindung herstellen können. Dies verhindert Angriffe wie Man-in-the-Middle-Angriffe und ermöglicht es Ihnen, nur autorisierten Personen Zugang zu gewähren. Zertifikate hingegen bieten zusätzliche Verschlüsselungsebene, die Daten in der Übertragung schützt.
Diese Konfiguration ist besonders wichtig, wenn Sie über das Internet oder ungesicherte Netzwerke verbinden und möchten, dass Ihre Verbindung sicher bleibt. Ohne diese Schritte können RDP-Verbindungen leicht für Angriffe missbraucht werden, insbesondere während des Europäischen Monats der Cybersicherheit im Oktober.
Voraussetzungen
- Windows-Version: Windows 10 oder neuer (für ältere Versionen ist NLA manuell zu aktivieren)
- Administratorenrechte: Sie müssen über Administratorrechte verfügen, um die Gruppenrichtlinien und Systemeinstellungen anpassen zu können.
- Zertifikate: Ein gültiges Zertifikat von einer vertrauenswürdigen Stelle oder ein selbst signiertes Zertifikat für interne Verwendung (mehr dazu im Artikel).
Prüfen Sie Ihre Windows-Version: wmic os get caption, version.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Network Level Authentication aktivieren
Network Level Authentication kann über Gruppenrichtlinien (GP) oder die Registry konfiguriert werden.
- Öffnen Sie die Eingabeaufforderung mit Administratorenrechten.
- Führen Sie den Befehl
gpedit.mscaus, um das Gruppenrichtlinien-Editor zu öffnen. - Navigieren Sie zu Computer-Konfiguration → Administrative Vorlagen → Komponenten von Windows → Remotedesktopdienste → Remotedesktopsessionhost → Sicherheit.
- Doppelklicken Sie auf „Remotedesktop-Zugriff erfordert Netzwerkebene-Authentifizierung“ und wählen Sie „Aktiviert“.
- Klicken Sie auf „OK“ um die Änderungen zu speichern.
So prüfen Sie, ob es geklappt hat: Führen Sie den Befehl reg query "HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Terminal Server" /v fDenyTSConnections aus. Der Wert „fDenyTSConnections“ sollte 0 sein.
Schritt 2: Zertifikat für RDP konfigurieren
- Navigieren Sie zum Ordnern mit dem Zertifikat (z.B. C:\Zertifikate\).
- Führen Sie den Befehl
certutil -addstore -f "Remote Desktop" C:\Pfade\zu\Ihrer\Certificate.ceraus, um das Zertifikat zu installieren. - Navigieren Sie in der Eingabeaufforderung mit Administratorechten zum Verzeichnis von „C:\Program Files (x86)\Microsoft Terminal Services Licensing\TLSSrv.inf“.
- Führen Sie den Befehl
tlssrv -installaus, um das Zertifikat zu konfigurieren.
So prüfen Sie, ob es geklappt hat: Öffnen Sie die Eingabeaufforderung und führen Sie netstat -an | find "3389". Es sollte eine sichere Verbindung mit dem Status „LISTENING“ angezeigt werden.
Schritt 3: Firewall-Regeln aktualisieren
- Navigieren Sie zu Windows-Firewall in den Systemeinstellungen (Win + X → Windows Defender Firewall).
- Klicken Sie auf „Eingehende Regeln“ und dann auf „Neu“.
- Erstellen Sie eine neue Regel für TCP-Port 3389 mit der Aktion „Zulassen“.
So prüfen Sie, ob es geklappt hat: Führen Sie den Befehl netsh advfirewall firewall show rule name=all | findstr "Remote Desktop" aus. Es sollten zulassende Regeln für Port 3389 angezeigt werden.
Schritt 4: SSH als sichere Alternative konfigurieren
- Führen Sie den Befehl wie hier beschrieben SSH auf Windows aktivieren und konfigurieren.
- Navigieren Sie zum Ordner mit dem SSH-Schlüssel (z.B. C:\Users\Benutzername\.ssh).
- Fügen Sie den öffentlichen Schlüssel in die Datei
~/.ssh/authorized_keysein. - Konfigurieren Sie eine SSH-Forwarding-Vorrichtung, um RDP über SSH zu verbinden:
ssh -L 33890:localhost:3389 BENUTZER@SERVER-IP.
So prüfen Sie, ob es geklappt hat: Verwenden Sie einen SSH-Client wie PuTTY oder OpenSSH zum Testen der Verbindung.
Schritt 5: Remotedesktopdienst neu starten
Erstellen Sie vorher ein Backup bzw. einen Wiederherstellungspunkt.
- Führen Sie den Befehl
net stop termserviceaus, um den Remotedesktopdienst zu beenden. - Nach dem Beenden des Dienstes führen Sie den Befehl
net start termserviceaus, um ihn erneut zu starten.
So prüfen Sie, ob es geklappt hat: Führen Sie den Befehl sc query termservice aus. Der Dienst sollte als „RUNNING“ angezeigt werden.
Schritt 6: Remotedesktopdienst überprüfen und optimieren
- Navigieren Sie zum Dienst-Manager (Win + R → services.msc).
- Suchen Sie nach „Remote Desktop Services“ und öffnen Sie die Eigenschaften.
- Stellen Sie sicher, dass der Starttyp auf „Automatisch“ eingestellt ist.
So prüfen Sie, ob es geklappt hat: Führen Sie den Befehl tasklist | find "termservice" aus. Es sollte ein aktives Prozess mit dem Namen „termservice.exe“ angezeigt werden.
Die wichtigsten Befehle im Überblick
| Befehl | Wirkung | Hinweis |
|---|---|---|
wmic os get caption, version |
Zeigt die Windows-Version an. | Nutzen Sie diesen Befehl, um sicherzustellen, dass Ihre Windows-Version kompatibel ist. |
gpedit.msc |
Öffnet den Gruppenrichtlinien-Editor. | Aufrecht zu halten für administrative Einstellungen. |
reg query "HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Terminal Server" /v fDenyTSConnections |
Überprüft den Status der Netzwerkebene-Authentifizierung. | Nutzen Sie diesen Befehl, um sicherzustellen, dass NLA aktiviert ist. |
certutil -addstore -f "Remote Desktop" C:\Pfade\zu\Ihrer\Certificate.cer |
Fügt das Zertifikat zum Store hinzu. | Sicherstellen, dass Sie einen gültigen Pfad haben. |
tlssrv -install |
Konfiguriert das Zertifikat für RDP. | Aufrecht zu halten für eine sichere Verbindung. |
netsh advfirewall firewall show rule name=all | findstr "Remote Desktop" |
Zeigt die Firewall-Regeln an. | Nutzen Sie diesen Befehl, um sicherzustellen, dass die Regeln korrekt konfiguriert sind. |
sc query termservice |
Überprüft den Status des Remotedesktopdienstes. | Nutzen Sie diesen Befehl, um sicherzustellen, dass der Dienst läuft. |
tasklist | find "termservice" |
Führt eine Liste laufender Prozesse aus und filtert nach „termservice“. | Nutzen Sie diesen Befehl, um sicherzustellen, dass der Dienst läuft. |
Häufige Fehler und ihre Lösung
Fehlermeldung 1: Der Benutzer kann sich nicht authentifizieren oder muss sich erneut anmelden.
Ursache: NLA ist aktiviert, aber das Zertifikat fehlt oder ist ungültig. Lösung: Installieren Sie ein gültiges Zertifikat und führen Sie tlssrv -install aus.
Fehlermeldung 2: Keine Firewall-Regeln für RDP vorhanden.
Ursache: Die Firewall blockiert eingehende Verbindungen auf Port 3389. Lösung: Erstellen Sie eine neue Eingangsregel in der Windows-Firewall mit dem Befehl New-NetFirewallRule -Direction Inbound -Protocol TCP -LocalPort 3389 -Action Allow.
Fehlermeldung 3: RDP-Dienst läuft nicht.
Ursache: Der Remotedesktopdienst ist nicht gestartet. Lösung: Starten Sie den Dienst über die Eingabeaufforderung mit net start termservice.
Fehlermeldung 4: NLA deaktiviert.
Ursache: Die Gruppenrichtlinie für NLA wurde nicht korrekt konfiguriert. Lösung: Öffnen Sie den Gruppenrichtlinien-Editor (gpedit.msc) und aktivieren Sie die Richtlinie „Remotedesktop-Zugriff erfordert Netzwerkebene-Authentifizierung“.
Änderungen rückgängig machen
Um die Änderungen rückgängig zu machen, können Sie den Gruppenrichtlinien-Editor wieder öffnen und die Einstellungen zurücksetzen. Für das Zertifikat können Sie es aus dem Store entfernen.
- Öffnen Sie den Gruppenrichtlinien-Editor (gpedit.msc).
- Navigieren Sie zu „Computer-Konfiguration → Administrative Vorlagen → Komponenten von Windows → Remotedesktopdienste → Remotedesktopsessionhost → Sicherheit“.
- Doppelklicken Sie auf „Remotedesktop-Zugriff erfordert Netzwerkebene-Authentifizierung“ und wählen Sie „Deaktiviert“.
- Entfernen Sie das Zertifikat aus dem Store: Öffnen Sie den Gerätestatus (Win + X → Zertifikate), öffnen Sie „Zertifikatspeicher für Computer“ und löschen Sie das RDP-Zertifikat.
Häufige Fragen
1. Kann ich SSH auch ohne Windows-Admins verwenden?
Ja, SSH kann auf vielen Plattformen konfiguriert werden (Linux, macOS). Für weitere Informationen lesen Sie den Artikel hier.
2. Was sind die Vorteile von NLA?
NLA bietet zusätzliche Sicherheit durch vorzeitige Authentifizierung, was Angriffe wie Man-in-the-Middle-Angriffe verhindert.
3. Kann ich RDP auch über SSH konfigurieren?
Ja, SSH kann als sichere Tunnel-Technologie für RDP verwendet werden. Lesen Sie dazu den Artikel hier.
4. Was passiert, wenn ich das Zertifikat entferne?
Das Entfernen des Zertifikats deaktiviert die Verschlüsselung und macht Ihre Verbindung weniger sicher.
5. Kann IT-Tribus bei der Umsetzung helfen?
Sicher! IT-Tribus in Nideggen bietet Unterstützung für die Konfiguration von RDP-Sitzungen, einschließlich Sicherheitsmaßnahmen wie NLA und Zertifikate.
Fazit
Die Absicherung Ihrer Remote Desktop-Verbindungen ist eine wichtige Vorsichtsmaßnahme, um Ihre Systeme vor Angriffen zu schützen. Durch die Aktivierung von Network Level Authentication (NLA) und das Verwenden von Zertifikaten können Sie sicherstellen, dass nur autorisierte Benutzer Zugriff auf Ihre RDP-Sitzungen haben. IT-Tribus kann Ihnen dabei helfen, diese Schritte korrekt umzusetzen, um eine optimale Sicherheit zu gewährleisten.
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Quellen und weiterführende Informationen
- Remote Desktop via RDP: Best Practices (4/4) – heise.de
- Der Benutzer kann sich nicht authentifizieren oder muss sich … – learn.microsoft.com
- RDP NLA Encryption Level Security Layer – der-windows-papst.de
- Tipps für die Absicherung von RDP-Verbindungen – computerweekly.com
- Fernverwaltung in Windows sicher aktivieren – ninjaone.com
- Network Level Authentication: Ein Leitfaden für geschützten Zugriff – splashtop.com
Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 31.10.2026 mit KI-Unterstützung erstellt, auf Basis der genannten Quellen eigenständig formuliert und redaktionell von IT-Tribus betreut. Alle Angaben ohne Gewähr – bitte prüfen Sie Befehle vor dem Einsatz in produktiven Umgebungen und legen Sie vorher eine Sicherung an.
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